Pressemitteilung, 04.11.2020
Telemedizin ist auch im Rettungsdienst in aller Munde – die Technologie dafür steht bereit

igsempa

 

Telemedizinexpertise durch die Allianz von drei Kompetenzen zu einer Systemwelt. Neue Telemedizin Plattform IQ.SEMPA geht als Telenotarztsystem an den Start.

Dass Telenotarztsysteme positive Auswirkungen hinsichtlich Versorgung und Rechtssicherheit haben, ist nicht erst seit Veröffentlichung der Ergebnisse aus dem Innovations-Projekt "Telenotarzt Bayern" bekannt. Während in der Region Aachen und darüber hinaus Telemedizin im Rettungsdienst bereits zum Alltag gehört, wird andernorts nach wie vor über Pilotprojekte versucht, die positiven Effekte immer wieder nachzuweisen. Die Ursache für diese "Pilotprojekterei" liegt oftmals in fehlenden Finanzierungsmodellen, so Klaus Graf, der das operative Geschäft bei IQ MEDWORKS verantwortet.
IQ MEDWORKS hat das Projekt Bayern in enger Kooperation mit Anwendern, Entscheidern und Kostenträgern durchgeführt. Die Erkenntnisse daraus sind seit dem Ende des Bayern-Projektes in die Weiterentwicklung der Technologieplattform eingeflossen.

Am 30.10.2020 wurde an die Rettungsdienst Havelland GmbH nun das erste Telenotarztsystem der neuen Generation übergeben. Dabei wurde offiziell darüber informiert, dass die neue Telemedizin-Systemplattform unter dem Namen IQ.SEMPA zukünftig durch eine strategische Allianz aus IQ MEDWORKS GmbH, der MEYTEC GmbH und der SSE Software GmbH in den Markt gebracht wird.

Dabei vereinen sich drei Kompetenzen zu einer gemeinsamen Systemwelt. Während die IQ MEDWORKS die medizinische und rettungsdienstliche Expertise, und damit den wichtigen Praxisbezug, in die Allianz einbringt, bringt MEYTEC mehr als 18 Jahre technisches Know How in Telemedizin-Technologien und als Entwicklungsbetrieb für Medizinprodukte mit. SSE ergänzt diese leistungsfähige Zusammenarbeit mit dem Wissen aus mehr als 25 Jahren Entwicklung und Betrieb von Dispositions- und Leitstellensystemen bei Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Kassenärztlichen Vereinigungen, und damit zur Versorgung von etwa 82 Mio. Menschen in Deutschland, Schweiz und Österreich.

Die Einbindung eines Telenotarztes in das Teamwork am Einsatzort ermöglicht es dem Fachpersonal - und auch Notärzten – schnell und unproblematisch weitere Expertise einzubinden und eine fachkundige Zweitmeinung oder Behandlungsdelegationen einzuholen, wenn dazu Bedarf besteht. Die Plattform IQ.SEMPA verbindet den Einsatzort und einen Telenotarzt, indem sich das System in die Durchführungsprozesse wie selbstverständlich einbindet. Um Telemedizin im Rettungsdienst, aber auch in anderen Anwendungen, zur notwendigen Selbstverständlichkeit werden zu lassen, bedarf es allerdings auch eines Paradigmenwechsels in den Denkweisen und Handlungsgewohnheiten per se.
Die bedarfsweise "Zuschaltung" eines weiteren Kompetenzträgers sollte, im Sinne eines gewollten Qualitäts- und Sicherheitsmanagements, zur Selbstverständlichkeit im Versorgungsprozess werden, so Dr. Petra Wilke, die Geschäftsführerin der Rettungsdienst Havelland GmbH. Die zukünftigen Telenotärzte im Havelland kommen aus dem eigenen Notarztdienst und der Charité-Universitätsmedizin, Berlin.

Die IQ.SEMPA Allianz-Partner erheben für sich und die Plattform den Anspruch der absoluten Ausrichtung an den Bedürfnissen in der Praxis und der Kompatibilität zu Drittsystemen. Dazu erfüllt die Plattform die Anforderungen der S1 Leitlinie Tele-Notfallmedizin, geht aber nicht nur in den Punkten durchgehende audiovisuelle Kommunikation und bidirektionale Anbindung von Dokumentationssystemen darüber hinaus. Das gesamte System besteht aus den Komponenten Disposition und Systemsteuerung, kontextsensitive Einsatzführung und Dokumentation, Vitaldatenübertragung aus Drittsystemen, audiovisueller Kommunikation in und außerhalb der Rettungswagen und einem multifunktionalen Datenmanagement-Tool. Wichtig ist auch der Anspruch, vorhandene Mobilfunk-Bandbreiten so weit wie irgend möglich auszunutzen. Um dies zu erreichen, werden mehrere vorhandene Kanäle des öffentlichen LTE Netzes (zukünftig auch 5G) bei Bedarf gebündelt, um aus zwei, vielleicht schwachen, einen ausreichend starken Kanal zu schaffen.

Nicht zuletzt handelt es sich bei diesem System um ein Medizinprodukt*, das den damit verbundenen Regularien entspricht. Durch die Allianz wird ein multifunktionaler Plattformgedanke verfolgt, der alle denkbaren Telemedizin-Anwendungen vereint. Telemedizinsysteme müssen sich an den Anwender anpassen und nicht umgekehrt, so Gerhard Meyer, Geschäftsführer bei der MEYTEC GmbH.

Als moderne Systemplattform kann das System als Einzelplatzlösung ebenso betrieben werden, wie auch als hochverfügbares Hybrid-Cloudsystem bei dem der Ausfall einzelner Komponenten den Anwender in seinem Arbeitsprozess nicht beeinträchtigt, so Thorsten Hansler, Mitglied der Geschäftsleitung bei der SSE Software GmbH.

Prozesse in der Gesundheitsversorgung sind sehr stark sozial geprägt. Die Herausforderungen beginnen bei den vielen unterschiedlichen Berufsgruppen mit individuellen Abläufen, Sprachen und Gesetzgebungen, die jedoch mehrfach Schnittstellen bei der Behandlung von Patienten haben. Die Integration der Praxis ist dementsprechend ein Basiselement im Zuge der Implementierung, um Anwendungsfelder und Schnittstellen adäquat zu gestalten.

*Die Plattform IQSEMPA befindet sich im Zulassungsprozess zum Medizinprodukt.

Weitere Informationen: www.iqsempa.com

 

IQ MEDWORKS GmbH
Die IQ MEDWORKS GmbH, entwickelt und setzt intelligente Lösungen im Gesundheitswesenin den Bereichen eHealth, Akut-/Notfallmanagement und Rettungsdienst um. Die Dienstleistungen und Produkte setzen dabei Standards im Hinblick auf Durchführungsexpertise, Technologie und Qualität. Die IQ MEDWORKS verfolgt mit ihrem interdisziplinären Team einen patientenzentrierten, integrativen und vernetzungsorientierten Handlungsansatz, der Projekte im Gesundheitswesen ganzheitlich und effizient gelingen lässt.
www.iqmx.eu

MEYTEC GmbH
MEYTEC entwickelt zusammen mit medizinischen Anwendern neue telemedizinische Konzepte und Lösungen für eine schnellere und Versorgung von Patienten. Im Mittelpunkt steht der Einsatz neuester Technologien für eine schnellstmögliche Diagnostik und einen möglichst frühen Therapiebeginn in der prähospitalen und klinischen Phase sowie in der Rehabilitation und Nachsorge. MEYTEC stattet mobile Schlaganfallkliniken und Rettungswagen mit Telemedizin-Technik sowie Medizintechnik aus, vernetzt diese mit Leitstellen oder Telemedizinzentren, stellt die komplette Infrastruktur einschließlich erforderlicher Server bereit und leistet dazu Service und Support.
www.meytec.com

SSE Software GmbH
Die SSE Software GmbH beschäftigt sich seit über 25 Jahren ausschließlich mit Leitsystemen im Umfeld von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). In Deutschland ist sie Marktführer bei den kassenärztlichen Vereinigungen und versorgt über 70 Mio. Menschen mit ihrer Software. In der Schweiz werden Lösungen in 8 Kantonen eingesetzt. SSE Leitsysteme vereinen die gesammelte Kompetenz in einem System und helfen dem Kunden bei seinen individuellen Anforderungen im Dispositionsbereich.
www.sse-online.de

 

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