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Presse/Telemedizin/2017

Klinikmagazin - Universitätsklinikum Jena, 2017 / 4. Ausgabe, Seite 16
Gemeinsam Hilfe bei Schlaganfall

Landesweites Netzwerk „SATELIT“ unter UKJ-Regie besteht fünf Jahre

Beim Schlaganfall muss es schnell gehen. Ohne umgehende Behandlung sterben innerhalb von wenigen Minuten Millionen Nervenzellen im Gehirn ab, Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen sind die Folge. Schlaganfälle sind die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und eine der häufigsten Ursachen für andauernde Pflegebedürftigkeit. Doch nicht jedes Krankenhaus verfügt über eine Spezialabteilung, eine sogenannte Stroke Unit. In kleinen Kreiskrankenhäusern gibt es in der Regel auch keine neurologische Abteilung. In Thüringen wird deshalb eine zunehmende Zahl von Schlaganfall-Patienten vom telemedizinischen Netzwerk „SATELIT“ betreut. Vor fünf Jahren wurde das Netzwerk unter Federführung des Universitätsklinikums Jena gegründet.

Seitdem betreuen Neurologen des UKJ gemeinsam mit Spezialisten des Klinikums Altenburg über Videoschalten Patienten in 14 Thüringer Akutkrankenhäusern und weiteren fünf Kliniken in angrenzenden Bundesländern. Fast alle Einrichtungen ohne eigene Neurologie in Thüringen sind Teil des Netzwerks, darunter die Häuser in Rudolstadt, Apolda, Eisenberg, Schleiz, Friedrichroda-Waltershausen, die DRK-Kliniken in Nordthüringen und die Ilm-Kreis-Kliniken. Das Thüringer Gesundheitsministerium hatte die Gründung des Projekts mit 255 000 Euro gefördert. Das Geld floss in die erforderliche technische Ausstattung mit Servern und Computern für die Bildübertragung und Videokonferenzen in den beteiligten Häusern.

„Wir betreuen die Krankenhäuser konsiliarisch“, erklärt „SATELIT“-Koordinator Dr. Albrecht Günther von der Klinik für Neurologie am UKJ. „Das heißt: Wird ein Patient mit Schlaganfall- oder schlaganfallähnlichen neurologischen Symptomen in eine der beteiligten Kliniken eingeliefert, können die dortigen Ärzte unsere Spezialisten per Videoschalte sofort hinzuziehen.“ Dazu genügt ein Anruf, die Schlaganfall-Hotline am UKJ ist 24 Stunden erreichbar. „Innerhalb von fünf Minuten schauen wir uns die Patienten an“, betont der Oberarzt. Eine CCT- oder MRT-Untersuchung als Basisdiagnostik haben die Akutkrankenhäuser da in der Regel bereits vorgenommen. „Somit kann innerhalb von wenigen Minuten eine Therapieentscheidung getroffen werden.“

Etwa 1 100 solcher konsiliarischen Beratungen haben allein die UKJ-Neurologen im vergangenen Jahr geleistet, 2017 werden es voraussichtlich mehr als 1 600 Konsile. In drei Vierteln der Fälle bestätigt sich die Diagnose Schlaganfall, bei den restlichen Fällen stecken andere neurologische Erkrankungen, wie epileptische Anfälle, Multiple Sklerose, Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Hirntumoren hinter akuten schlaganfallähnlichen Symptomen.

Handelt es sich um einen akuten Schlaganfall, ist die sofortige Behandlung der Erkrankten mit Medikamenten, die die Blutgerinnsel im Hirn auflösen, die Basistherapie. Lyse wird das in der Fachsprache genannt. „Zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und der Lyse sollten nicht mehr als viereinhalb Stunden vergehen“, so Günther. Derzeit erhalten etwa zehn Prozent der im „SATELIT“-Netzwerk behandelten Schlaganfall-Patienten eine solche Therapie – ein Wert, der den Jenaer Neurologen noch nicht zufriedenstellt. „Das Problem ist, dass viele Patienten nicht rechtzeitig in ein Krankenhaus gebracht werden.“ Die bessere Kooperation mit Rettungsdiensten und Notärzten gehöre deshalb zu den künftigen Zielen des Netzwerks, ebenso wie der intensivere fachliche Austausch mit anderen in die Behandlung von betroffenen Patienten eingebundenen medizinischen Berufsgruppen wie etwa Pflegepersonal und Logopäden.

Die Zahl der Schlaganfallpatienten in Thüringen dürfte weiter zunehmen, prognostiziert der Jenaer Spezialist. „Wesentlicher Grund dafür ist die demografische Entwicklung. Bei immer mehr älteren Menschen ist auch mit mehr Schlaganfällen zu rechnen.“
Katrin Zeiß

Quelle: Klinikmagazin - Universitätsklinikum Jena, 2017 / 4. Ausgabe, Seite 16

 

 
Download:
Klinikmagazin UKJ 4/2017

 

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